St. Nikolaus Konzerte - Rezensionen

Musik zur Freude Orgelkonzert in St. Nikolaus

Orgelspieler von St. Nikolaus

Wohl jede Kirche nennt hierzulande eine - größere oder kleinere - Orgel ihr Eigen. Hingegen mangelt es oftmals an willigen und fähigen Organisten. So ist es wohl ein seltener Glücksfall, wenn eine Gemeinde über gleich vier versierte Vertreter ihres  Faches verfügt, wie dies in St. Nikolaus im Eschborner Ortsteil Niederhöchstadt der Fall ist: Helge Brendel und Ralf Weber, Richard Reichel und Jörn Peuser teilen sich einvernehmlich nicht nur in die allwöchentlichen Pflichtaufgaben sondern auch in die Planung regelmäßiger Konzerte. Dies gilt auch für dieses Konzert, das unter dem Motto „Musik zur Freude“ im Wesentlichen die Werke bietet, die auf der Platte vereint sind.
Eine Fülle von Formen und Farben entfaltete sich in insgesamt knapp 20 Beiträgen im Rahmen einer Stunde. Einen repräsentativen Auftakt in gewohntem Orgel-Vollklang bot Ralf Weber mit dem „Marche triomphale“ von Sigfrid Karg-Elert. Einen lebhaften Kontrast setzte er  sodann mit Thalben-Balls meditativer Elegy und ihren  reichen Klangfarben.
Lyrische Kantilenen entfaltete Helge Brendel im 2. Satz der 11. Orgelsonate von Josef Rheinberger, zweimal steuerte sie Sätze von César Franck bei, die die Klangfülle französischer Orgelmusik der Romantik mit charakteristischen Zungenklängen beschworen.
Dieser Linie folgte Jörn Peuser mit der „Elévation“ von Levébure-Wély, sodann widmete er sich vier Miniaturen von Gordon Young.
Eine wahre Rarität ist das Andante für zwei Manuale“: Ludwig Sauer war Organist der vorletzten deutschen Kaiserin Victoria mit ihrem Ruhesitz im heutigen Schlosshotel Kronberg, also ganz in der Nähe. Richard Reichel, der schon zuvor zwei Miniaturen von Healy Willan und William Arthur Blakely beigesteuert hatte, gab dem triumphalen Einzug der Königin von Saba, wie ihn Händels Oratorium „Solomon“ schildert, farbigen Glanz. Den krönenden Abschluss bildete die Fuge über „Lobe den Herren“ von Leberecht Baumert mit den Organisten Brendel und Reichel.   
Wer die Fülle von Klängen noch einmal erleben will, dem bietet sich  eine CD des Konzerts, die man im Sekretariat montags, mittwochs und donnerstags von 1o - 12 Uhr, donnerstags auch von 15 bis 17 Uhr erwerben kann, dies auch als passenden Geschenk für Musikfreunde.

Glanz der Barockmusik

Ein Konzert des Fördervereins der katholischen Pfarrgemeinde e.V. in St. Nikolaus in Niederhöchstadt


Es ist ein kleines Wunder, dass das lange geplante Konzert mit dem Titel „Barock am Westerbach“ in der Kirche St. Nikolaus in Niederhöchstadt ungeachtet aller Einschränkungen stattfinden konnte. Drei Musiker vollbrachten es: zwei Instrumentalisten und eine Sängerin. In gut einer Stunde entwarfen sie ein perspektivenreiches Klangbild vokaler und instrumentaler Werke des 17. und 18. Jahrhunderts. Nicht weniger als zehn Einzelwerke schlossen sich zu einem farbigen Bild überwiegend deutscher und englischer Komponisten zusammen, auf der Grenze Händel, der sich überwiegend als Engländer fühlte. Seine Arien - aus dem Oratorium „Samson“ und die Antiphon „Haec est Regina Virginum“ - gaben der vielseitig aktiven Frankfurter Sopranistin Simone Schwark Gelegenheit, geschmeidige Beweglichkeit in den melismatischen Passagen und Glanz in der Höhe zu entfalten. Dies wiederholte sich in den Purcell-Arien aus „Dido und Äneas“ bzw. „The Fairy Queen“, zuletzt in „Veni Consolator“ des polnischen Ordenspriesters Damian Stachowicz. Der Schlussteil musste sogar wiederholt werden.
Als echte Doppelbegabung entpuppte sich Richard Reichel, er präsentierte sich (in den Arien von Händel und Stachowicz) nicht nur als virtuoser, kraftvoller Trompeter sondern zeigte sich auch als souveräner Organist, dies mit Händels Konzert g-moll op. 7/5, nachdem er zuvor schon die Sängerin sorgsam bei den genannten Arien begleitet hatte. Aus seiner Feder stammten zudem die aufschlussreichen Anmerkungen zu den wenig vertrauten Werken; sie erwiesen sich als wertvolle Hörhilfe.
Ralf Weber, ebenfalls Hausorganist in St. Nikolaus, steuerte schon zum Auftakt, sodann zwischen den Arien, drei kürzere Voluntaries, englische Varianten des Präludiums, von Charles J. Stanley und William Boyce bei. In der achtteiligen Partita über den Choral „Ach wie nichtig, ach wie flüchtig“ von Georg Böhm konnte er den ganzen Farbenreichtum der Hardt-Orgel entfalten. Mit diesem Abend erlebte die bisher schon so erfolgreiche Konzertreihe in St. Nikolaus auch unter schwierigen Bedingungen eine glückliche Fortsetzung, wie auch der herzliche Beifall bewies, der zu der Zugabe führte. Die zur Verfügung stehenden Plätze waren wegen der besonderen Hygieneanforderungen durch die Pandemie auf 70 Personen begrenzt, wurden aber durch das gesonderte Registrierungsverfahren voll genutzt. Das nächste Konzert des Fördervereins findet vorauss. am 14. März 2021 statt.

Musik für Violine und Orgel

Ruth Schwachhöfer und Andreas Boltz

It`s been a long long time

Cellist Tavi Ungerleider

Triumpf für ein einsames Cello

Schon im vergangenen Jahr konnte die Kronberg Academy ein erfolgreiches Gastkonzert in der Niederhöchstädter Nikolaus-Kirche bieten. Auch in diesem Jahr fand das Konzert auffallend großes Interesse, obwohl der einsame Cellist als einziger Künstler nicht üblichen Erwartungen entsprach. Schließlich handelte es sich nicht um eine Notbesetzung, weil etwa der Begleiter abhanden gekommen war, das Repertoire für Cello solo gehört vielmehr zu den exquisitesten Besetzungen der Kammermusik.

Freilich müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: eine tragfähige, aber nicht zu hallige Akustik (und die ist in Niederhöchstadt vorbildlich erfüllt), zum andern ein Solist, der die Spannung ein ganzes Programm hindurch aufrecht erhalten kann. Und diese Bedingung erfüllte Tavi Ungerleider, derzeit Junger Solist an der Kronberg Academy, in hervorragender Weise. Der Student aus den U.S.A., der derzeit von Frans Helmerson unterrichtet wird, bewies für zwei Suiten von Johann Sebastian Bach eine musikalische wie technische Reife, die die anspruchsvollen Werke zu einem Erlebnis werden ließen. Auffallend vor allem die durchdachte dynamische Gestaltung wie die sinnvolle Phrasierung der Werke, fesselnd das Prelude der C-Dur Suite, das denn auch als Zugabe erklang. Mit Ligetis Solosonate bewältigte Ungerleider überlegen eines der schwierigsten Werke neuer Musik. Es wäre keine Überraschung, wenn man von dem hoffnungsvollen Mittzwanziger noch Erfreuliches hören würde. 

ABER BITTE MIT BACH! Orgelkonzert mit Frank Hoffmann

Frank Hoffmann


Gehst Du an einer Kirche vorbei und hörst Orgelklänge darin spielen, so gehe hinein und höre zu. Am 15.11 2015 war eine Gelegenheit dazu.
Frank Hoffmann, schon mehrfach in St. Nikolaus zu Gast, ist ein exzellent ausgebildeter, stilsicherer und technisch wie musikalisch kompetenter Organist. Das war gleich in J.S. Bachs großem Präludium und Fuge e-moll klar: hier spielt einer, der verinnerlicht hat, wie Bachs Orgelwerke klingen sollten. Bachs monumentales Stück entstand in seiner späten Schaffensperiode, strukturierte Anlage der Themen, kühne Verschmelzung heterogener Formen. Als Gegensatz wählte Hoffmann eine Bearbeitung von Vergil Fox (1912-1980) über den Bach-Choral "Komm süßer Tod" aus der Schemelli-Sammlung; Fox legt hier geradezu mit intensiv romatischem Ausdruck die Tode- und Himmelssehnsucht der Lebenszeit Bachs aus. Der intensive Gebrauch des Schwellwerks der Orgel kam dem zu Gute. Auch andere Komponisten regte das Lied zu Kompositionen an, z. B. Max Reger. Mit der 2. Orgelsonate op. 42 von Gustav Merkel (1827-1885), Wegbereiter der mitteldeutschen Orgeltradition, neben Hesse, Rinck und Ritter, kam ein selten zu hörender Vertreter der deutschen Romantik zu Gehör. Schließlich war Merkel zu seiner Zeit einer der populärsten Orgelkomponisten Europas. Ist der erste Satz noch der Klassik verhaftet, deutes das nachfolgende liedhafte Adagio romantische Züge an; im Finale mit Doppelfuge wird schon ein symfonischer Orgelklang späterer Epochen vorweggenommen: Hoffmann nutzt die reich disponiert Orgel zu einem klangvollen G-Dur Finale.
Oreste Ravanellos (1897-1938) Thema und Variationen in h-moll werden vom Interpreten zu einem Band glänzender Variationsperlen geformt und rücken die Orgel mit ihrer vielfältigen Disposition in den Vordergrund: Harfen-Arpeggien, Zungenplenum, Dudelsackklänge und Nobilität der Grundstimmen.
Herzlicher Beifall der rd. 70 Besucher motivierten zu einer Zugabe und hoffentlich auch zu einem Wiedersehen mit Frank Hoffmann. rgw

Prof. Kaunzinger und Herr Birkert

Zauber der Orgelimprovisation - Günther Kaunzinger

Immer wieder gelingt es der Nikolausgemeinde in Niederhöchstadt, attraktive Gäste zu gewinnen, die die reichen Möglichkeiten der Hardt-Orgel in hellem Licht erstrahlen lassen. Jetzt gab der weltweit hochgeschätzte Organist Günther Kaunzinger ein Konzert, das mit großem Beifall aufgenommen wurde.

Nach einem furiosen Auftakt mit Bachs Präludium und Fuge D-Dur überraschte der Organist mit einer eigenen Transkription des sechsteiligen Klavierzyklus "Espana" von Isaac Albéniz. Die Folklorismen des spanischen Komponisten entfalteten ein farbenreiches Spektrum.

Seine Vertrautheit mit der französischen Orgelmusik bewies er mit einer ausgesprochenen Rarität: den "Exquisses Byzantines" von Heri Mulet, sie gipfelte in einer hinreißenden Toccata.

Seinen singulären Reiz gewann der Abend mit einer selten gewordenen Gattung, der Improvisation. Kaunzinger verflocht den Choral "Nun danket all" und das Abendlied "Der Mond ist aufgegangen" in einer viertelstündigen freitonalen Fantasie, die den ehrwürdigen Melodien jedoch nie Gewalt antat und sie in immer neuen Farben hervortreten ließ.

Für den reichen Beifall bedankte sich der Organist mit einer klangmächtigen Transkription von Rachmaninows berühmten Prélude in cis-Moll.

Cielo e Terra

Brücke zwischen Himmel und Erde

A-Capella-Konzert vom 22. Juni 2015

Jahresprogramm 2022

Hardt-Orgel

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