St. Nikolaus Konzerte - Rezensionen

Musik für Violine und Orgel

Ruth Schwachhöfer und Andreas Boltz

It`s been a long long time

Cellist Tavi Ungerleider

Triumpf für ein einsames Cello

Schon im vergangenen Jahr konnte die Kronberg Academy ein erfolgreiches Gastkonzert in der Niederhöchstädter Nikolaus-Kirche bieten. Auch in diesem Jahr fand das Konzert auffallend großes Interesse, obwohl der einsame Cellist als einziger Künstler nicht üblichen Erwartungen entsprach. Schließlich handelte es sich nicht um eine Notbesetzung, weil etwa der Begleiter abhanden gekommen war, das Repertoire für Cello solo gehört vielmehr zu den exquisitesten Besetzungen der Kammermusik.

Freilich müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: eine tragfähige, aber nicht zu hallige Akustik (und die ist in Niederhöchstadt vorbildlich erfüllt), zum andern ein Solist, der die Spannung ein ganzes Programm hindurch aufrecht erhalten kann. Und diese Bedingung erfüllte Tavi Ungerleider, derzeit Junger Solist an der Kronberg Academy, in hervorragender Weise. Der Student aus den U.S.A., der derzeit von Frans Helmerson unterrichtet wird, bewies für zwei Suiten von Johann Sebastian Bach eine musikalische wie technische Reife, die die anspruchsvollen Werke zu einem Erlebnis werden ließen. Auffallend vor allem die durchdachte dynamische Gestaltung wie die sinnvolle Phrasierung der Werke, fesselnd das Prelude der C-Dur Suite, das denn auch als Zugabe erklang. Mit Ligetis Solosonate bewältigte Ungerleider überlegen eines der schwierigsten Werke neuer Musik. Es wäre keine Überraschung, wenn man von dem hoffnungsvollen Mittzwanziger noch Erfreuliches hören würde. 

ABER BITTE MIT BACH! Orgelkonzert mit Frank Hoffmann

Frank Hoffmann


Gehst Du an einer Kirche vorbei und hörst Orgelklänge darin spielen, so gehe hinein und höre zu. Am 15.11 2015 war eine Gelegenheit dazu.
Frank Hoffmann, schon mehrfach in St. Nikolaus zu Gast, ist ein exzellent ausgebildeter, stilsicherer und technisch wie musikalisch kompetenter Organist. Das war gleich in J.S. Bachs großem Präludium und Fuge e-moll klar: hier spielt einer, der verinnerlicht hat, wie Bachs Orgelwerke klingen sollten. Bachs monumentales Stück entstand in seiner späten Schaffensperiode, strukturierte Anlage der Themen, kühne Verschmelzung heterogener Formen. Als Gegensatz wählte Hoffmann eine Bearbeitung von Vergil Fox (1912-1980) über den Bach-Choral "Komm süßer Tod" aus der Schemelli-Sammlung; Fox legt hier geradezu mit intensiv romatischem Ausdruck die Tode- und Himmelssehnsucht der Lebenszeit Bachs aus. Der intensive Gebrauch des Schwellwerks der Orgel kam dem zu Gute. Auch andere Komponisten regte das Lied zu Kompositionen an, z. B. Max Reger. Mit der 2. Orgelsonate op. 42 von Gustav Merkel (1827-1885), Wegbereiter der mitteldeutschen Orgeltradition, neben Hesse, Rinck und Ritter, kam ein selten zu hörender Vertreter der deutschen Romantik zu Gehör. Schließlich war Merkel zu seiner Zeit einer der populärsten Orgelkomponisten Europas. Ist der erste Satz noch der Klassik verhaftet, deutes das nachfolgende liedhafte Adagio romantische Züge an; im Finale mit Doppelfuge wird schon ein symfonischer Orgelklang späterer Epochen vorweggenommen: Hoffmann nutzt die reich disponiert Orgel zu einem klangvollen G-Dur Finale.
Oreste Ravanellos (1897-1938) Thema und Variationen in h-moll werden vom Interpreten zu einem Band glänzender Variationsperlen geformt und rücken die Orgel mit ihrer vielfältigen Disposition in den Vordergrund: Harfen-Arpeggien, Zungenplenum, Dudelsackklänge und Nobilität der Grundstimmen.
Herzlicher Beifall der rd. 70 Besucher motivierten zu einer Zugabe und hoffentlich auch zu einem Wiedersehen mit Frank Hoffmann. rgw

Prof. Kaunzinger und Herr Birkert

Zauber der Orgelimprovisation - Günther Kaunzinger

Immer wieder gelingt es der Nikolausgemeinde in Niederhöchstadt, attraktive Gäste zu gewinnen, die die reichen Möglichkeiten der Hardt-Orgel in hellem Licht erstrahlen lassen. Jetzt gab der weltweit hochgeschätzte Organist Günther Kaunzinger ein Konzert, das mit großem Beifall aufgenommen wurde.

Nach einem furiosen Auftakt mit Bachs Präludium und Fuge D-Dur überraschte der Organist mit einer eigenen Transkription des sechsteiligen Klavierzyklus "Espana" von Isaac Albéniz. Die Folklorismen des spanischen Komponisten entfalteten ein farbenreiches Spektrum.

Seine Vertrautheit mit der französischen Orgelmusik bewies er mit einer ausgesprochenen Rarität: den "Exquisses Byzantines" von Heri Mulet, sie gipfelte in einer hinreißenden Toccata.

Seinen singulären Reiz gewann der Abend mit einer selten gewordenen Gattung, der Improvisation. Kaunzinger verflocht den Choral "Nun danket all" und das Abendlied "Der Mond ist aufgegangen" in einer viertelstündigen freitonalen Fantasie, die den ehrwürdigen Melodien jedoch nie Gewalt antat und sie in immer neuen Farben hervortreten ließ.

Für den reichen Beifall bedankte sich der Organist mit einer klangmächtigen Transkription von Rachmaninows berühmten Prélude in cis-Moll.

Cielo e Terra

Brücke zwischen Himmel und Erde

A-Capella-Konzert vom 22. Juni 2015

Termine

So, 03. Nov. 2019

Konzert für Blechbläser und Orgel

Ausführende: David Tasa (Trompete), Lars Winter (Posaune), Helge Brendel (Orgel)

Konzert für Blechbläser und Orgel

Ausführende: David Tasa (Trompete), Lars Winter (Posaune), Helge Brendel (Orgel)

Beginn:
So, 03. Nov. 2019 um 17:00

Jahresprogramm 2019

Hardt-Orgel

Rezensionen